Aus Engagement wird Erfolg: Wie man Mitarbeiter motiviert

Funken sprühen, Maschinen dröhnen, der Geruch von Metall liegt in der Luft – wir befinden uns in einer riesigen Produktionshalle in Schleswig-Holstein, nur wenige Kilometer von Hamburg entfernt.

„600 Leute in drei Schichten arbeiten hier!“, schreit Jürgen Holtzwarth, der Unternehmensgründer, gegen den Lärm der Maschinen an. „Alles motivierte Mitarbeiter!“. Und tatsächlich: Die Männer und Frauen an den Maschinen schauen zwar angestrengt – aber nicht gestresst. Sie grüßen ihren Chef mit einem Lächeln, als wir an ihnen vorbeigehen.

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Wie wichtig sind motivierte Mitarbeiter?

Motivierte Mitarbeiter – das wünschen sich viele für ihren Betrieb. Denn mittlerweile weiß fast jeder, wie wichtig Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg sind. Und das ist längst mehr als nur ein Gefühl: Aktuelle Studien liefern handfeste Beweise dafür:

So steigt nicht nur die Produktivität, wenn das Personal zufrieden ist. Wenn sich die Mitarbeiter in ihrer Firma wohlfühlen, sinkt auch die Fluktuation um bis zu 65 Prozent – im hart umkämpften Personalmarkt ein entscheidender Vorteil, denn so können Betriebe qualifizierte Mitarbeiter halten und sich die mühevolle Suche nach geeignetem Ersatz sparen.

„Wir sehen es auch an den Fehlzeiten – die sind um fast ein Drittel zurückgegangen!“, ruft Holtzwarth und zeigt uns eine App auf seinem Smartphone, auf der er die Stunden seiner Mitarbeiter im Blick hält, „die Arbeitsunfälle sogar um die Hälfte!“.

Es ist also offensichtlich, warum motivierte Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg beitragen: weil es einfach effizienter und ist und sich letztendlich finanziell für das Unternehmen lohnt. Wie aber schafft man es als Betrieb, das Personal bei Laune zu halten und für mehr Engagement zu sorgen?

„Das muss von oben wie von unten kommen!“, ruft Holtzwarth, als wir gerade aus der Werkshalle kommen. Was er damit meint, schildert er uns wenige Minuten später in seinem Büro: „Sie können ja nicht einfach als Betrieb sagen: ‘So, ich will jetzt motivierte Mitarbeiter, weil das besser für mein Unternehmen ist’. Sondern Sie müssen sich fragen: Was kann ich den Mitarbeitern geben? Was kann ich für die tun? Was wollen die eigentlich?“

Dabei geht es vielen Beschäftigten nicht mehr nur ums Geld. Sicherlich: Ein hohes Gehalt sorgt für eine gewisse Akzeptanz der Arbeit. Allerdings hat das dann oft den Beigeschmack von „Schmerzensgeld“, wenn Angestellte nur wegen des Geldes arbeiten.

„Im Idealfall erzeugen Sie bei den Mitarbeitern eine emotionale Bindung zum Betrieb“, erläutert Simone Unterfing, die als Unternehmenspsychologin auch Betriebe wie den von Stefan Holtzwarth berät. „Denn nur, wenn sich ein Mitarbeiter als Teil des Unternehmens sieht, wird er auch zu Kompromissen bereit sein. Das bedeutet, dass er oder sie im Zweifelsfall auch mal persönliche Bedürfnisse hinten anstellt – wenn beispielsweise Überstunden anstehen oder das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vielleicht die versprochene Lohnerhöhung doch nicht einlösen kann.“

Doch wie erhält man motivierte Mitarbeiter, die sich mit den Zielen des Unternehmens identifizieren können? „Natürlich gibt es da verschiedene Methoden. Sie sollten als Arbeitgeber Ihre Mitarbeiter wissen lassen, dass Sie deren Arbeit wertschätzen und ihnen das Gefühl geben, dass sie auch gebraucht werden. Das kann oft schon ein ehrlich gemeintes ‚Danke für Ihren Einsatz’ oder dergleichen sein“, erklärt Unterfing.

Daneben spielten auch ein gutes Betriebsklima eine wichtige Rolle – und natürlich eine ausgeglichene Arbeitsbelastung: Dabei sollten Arbeitgeber darauf achten, dass ihr Personal weder über- noch unterfordert ist. Die richtige Work-Life-Balance ist also elementar für motivierte Mitarbeiter. Auch ein Wertesystem kann zum Unternehmenserfolg beitragen. „So etwas darf aber nicht nur ein theoretisches Konstrukt sein, sondern muss wirklich vorgelebt werden“, gibt die Psychologin zu bedenken, „da es sonst das Personal eher frustriert als für motivierte Mitarbeiter sorgt. Wer zum Beispiel vorgibt, auf die Bedürfnisse seiner Belegschaft einzugehen und dann Dienstpläne von oben herab dem Personal vorsetzt, tut sich damit keinen Gefallen.“

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Genau diesen Fehler wollte Holtzwarth in seiner Firma vermeiden. „Für uns war klar: Wir wollten, dass sich das Personal aktiv mit einbringt. Also haben wir uns gefragt: Wie können wir das im Rahmen unserer Möglichkeiten schaffen?“

Gemeinsam mit externen Experten fanden Sie eine Möglichkeit, bei der das Personal ihre Arbeitszeiten quasi selbst einteilen konnte: mit digitaler Schichtplanung. Durch die Software konnten Mitarbeiter ihre Zeiten selbst mitgestalten – und das bei einem anspruchsvollen Dreischichtsystem mit fast 600 Mitarbeitern.

Was zunächst nach einem relativ unbedeutenden Schritt klingt, hatte aber schnell große Auswirkungen: „Indem wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit gaben, ihre Dienstpläne mitzugestalten, waren sie nicht nur flexibler, sondern hatten auch mehr Eigenverantwortung. Und das wiederum hat zu mehr eigener Initiative geführt und sich dann auch auf andere Bereiche ausgewirkt“, erzählt Holtzwarth mit einem zufriedenen Lächeln.

Für die Betriebspsychologin Unterfing ergibt das durchaus Sinn: „Es sind gerade diese Schritte, die dem Personal das Gefühl geben, ein Teil der Firma zu sein. Durch die Übernahme von Verantwortung wird aus der Arbeit eine Aufgabe – also eine intrinsische Motivation. Und gerade diese ist einer der Hauptgründe, warum motivierte Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg beitragen.“

Übrigens: Indem man digitale Schichtplanung mit den passenden Kommunikationstools kombiniert, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten des Employer Brandings. Sehen Sie sich hierzu unserer Webinar mit Staffbase vom 17.01. an:

Den Mitarbeitern die Entscheidungsmacht über ihre Arbeitszeiten abgeben – für viele Personaler eine einzige Horrorvorstellung, da sich die Gestaltung eines Dienstplans in großen Betrieben oftmals als echte Herausforderung darstellt. Gerade dann, wenn noch mit starren Programmen wie Excel gearbeitet wird. „Auch bei uns gab es zunächst große Bedenken. Und die Sorge, dass das totale Chaos ausbrechen und die Arbeit nicht mehr erledigt werden würde“, erinnert sich Holtzwarth. Doch die Schichtplanungssoftware habe eher im Gegenteil zu mehr Stabilität und Übersicht geführt.

„Und das Ergebnis sehen Sie ja: nicht nur an den Zahlen, sondern auch in den Gesichtern!“, strahlt Holtzwarth, als wir mit ihm an den Beschäftigten vorbei wieder zum Ausgang gehen. Das Fazit: Motivierte Mitarbeiter sind nicht nur für den Unternehmenserfolg ein Segen – sondern auch für die Laune des Arbeitgebers.