Dr. Andreas Hoff
Dr. Andreas Hoff
Berater für betriebliche Arbeitszeitgestaltung
Arbeitszeitsysteme

Dr. Andreas Hoff ist Arbeitszeit- und Workforce-Management-
Spezialist und Gründer von arbeitszeitsysteme.com.

Er gilt als einer der führenden Experten für flexible Schichtplanung im deutschsprachigen Raum.

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Mehrfachbesetzungssysteme: Maßgeschneiderte Lösungen für komplexe Schichtanforderungen

Warum stoßen einfache Schichtsysteme an ihre Grenzen?

Grundsätzlich sollten einfache Schichtsysteme bevorzugt werden, da sie beliebig skalierbar sind und stabile Besetzungen für die Motivation der Mitarbeitenden bieten. Doch was passiert, wenn die Besetzungsstärken je Schicht stark voneinander abweichen oder die schichtplanmäßige Arbeitszeit massiv von der Regelarbeitszeit abweicht? In solchen Fällen ist die flexible Handhabung einfacher Systeme oft erschöpft. Hier setzen Mehrfachbesetzungssysteme an: Anders als bei Standardmodellen kommen hier, zumindest in Teilen der Betriebszeit, mehrere kleine Teams gleichzeitig zum Einsatz. Da es hierfür keine Standardlösungen gibt, müssen diese Systeme stets individuell entwickelt werden.

Wie lässt sich die Belastung in der Nacht- und Wochenendarbeit gezielt senken?

Ein wesentlicher Vorteil von Mehrfachbesetzungssystemen liegt in der Möglichkeit, punktuelle Entlastungen zu schaffen.

  • Wochenend-Entlastung: Durch die Aufteilung von Schichtteams in Untergruppen kann beispielsweise eine hälftige Besetzung am Wochenende realisiert werden, was die hohe Belastung in vollkontinuierlichen Systemen deutlich reduziert.
  • Nachtarbeits-Reduzierung: Ebenso lässt sich die Nachtschicht-Besetzung durch den Einsatz von Mehrfachbesetzungen halbieren. Ein besonderer Vorteil dieser Modelle ist der „versteckte Charme“, dass Mitarbeitende ihre Nachtschicht-Wochen innerhalb des Teams leichter mit Kollegen tauschen können, die beispielsweise lieber nachts arbeiten.

Wie können Betriebszeit und Arbeitszeit effektiv entkoppelt werden?

Steht ein Unternehmen vor der Herausforderung, eine 6-Tage-Betriebswoche mit einer durchschnittlichen 5-Tage-Woche der Mitarbeitenden in Einklang zu bringen, bietet die Mehrfachbesetzung eine ideale Lösung. Durch gezielte Überbesetzungen in bestimmten Schichten und die Aufteilung der Teams in Untergruppen lässt sich die Betriebszeit planmäßig gleichmäßig besetzen, während für die Beschäftigten ein rhythmischer Wechsel zwischen Arbeits- und Freiphasen entsteht. So wird eine bedarfsgerechte Personaleinsatzplanung möglich, die starre Kopplungen auflöst.

Lässt sich das „Silodenken“ durch vernetzte Strukturen aufbrechen?

Oft herrscht in einfachen Schichtsystemen die Mentalität vor, dass nur das eigene Team zählt. Doch wie lässt sich eine systematische Durchmischung erreichen? Durch Mehrfachbesetzungssysteme mit beispielsweise neun Teams kann eine vernetzte Struktur erzeugt werden, in der jedes Team täglich wechselnd mit anderen Partnerteams zusammenarbeitet. Dies verbessert nicht nur den Informationsfluss zwischen den Schichten, sondern fördert gezielt die schichtübergreifende Kooperation und bricht isolierte Strukturen auf.

Warum ist methodische Vielfalt der Schlüssel zum Erfolg?

Mehrfachbesetzungssysteme bieten dort Lösungen, wo Standardmodelle versagen. Sie erlauben es, Belastungen fairer zu verteilen, Betriebszeiten flexibler zu gestalten und die teamübergreifende Zusammenarbeit zu stärken. Da jedes System maßgeschneidert sein muss, bilden eine präzise Bedarfsermittlung und klare Flexi-Spielregeln das unverzichtbare Fundament für einen wirtschaftlichen und mitarbeiterorientierten Schichtbetrieb.

Lesen Sie den vollständigen Fachartikel von Dr. Andreas Hoff zum Thema „Mehrfachbesetzungssysteme: Grundlagen und ausgewählte Beispiele“ auf arbeitszeitsysteme.com.