Workforce Manager
Was macht ein Workforce Manager?
Ein Workforce Manager sorgt dafür, dass zu jedem Zeitpunkt genug Mitarbeiter mit den richtigen Qualifikationen verfügbar sind. Dazu wertet er historische Daten aus, etwa Auftragsvolumen oder Anrufmengen, und leitet daraus den künftigen Personalbedarf ab.
Diese Aufgabe unterscheidet sich vom breiteren Konzept Workforce Management, das den gesamten Prozess und die zugehörigen Methoden beschreibt. Eine ausführliche Erklärung des Prozesses selbst findet sich im Glossareintrag Workforce Management. Der Workforce Manager ist die Person, die diesen Prozess im Unternehmen konkret umsetzt.
Aufgaben eines Workforce Managers im Tagesgeschäft
Zu den zentralen Aufgaben gehören:
- Forecasting: Vorhersage des Personalbedarfs anhand historischer und aktueller Daten
- Schichtplanung: Erstellung von Dienstplänen unter Berücksichtigung von Qualifikationen und Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
- Personalsteuerung: kurzfristige Anpassung der Besetzung bei Ausfällen oder Nachfragespitzen
- Reporting: Auswertung von Kennzahlen wie Auslastung, Servicelevel oder Überstundenquote
Verändert der Workforce Manager regelmäßig Beginn oder Ende der Arbeitszeit von Mitarbeitern, greift das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 und 3 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Größere Anpassungen an Planungsregeln stimmt er deshalb meist eng mit dem Betriebsrat ab.
Workforce Manager in der Produktion vs. im Call Center
Im Call Center steht meist die minutengenaue Steuerung von Anrufvolumen im Vordergrund. In der Produktion verschiebt sich der Fokus auf Schichtbesetzung, Maschinenauslastung und Qualifikationsanforderungen einzelner Arbeitsplätze.
Ein Workforce Manager in der Fertigung arbeitet deshalb enger mit Produktionsplanern zusammen und berücksichtigt zusätzlich Faktoren wie Mehrmaschinenbedienung oder Kapazitätsplanung der Maschinen, nicht nur reine Personalzahlen.
Welche Qualifikationen braucht ein Workforce Manager?
Ein Workforce Manager benötigt analytisches Denken für den Umgang mit Kennzahlen und Prognosen. Ebenso wichtig sind Kenntnisse im Arbeitsrecht, etwa zu Arbeitszeitgesetz und Mitbestimmungsrechten, da seine Planung diese Vorgaben einhalten muss.
In vielen Unternehmen bringt ein Workforce Manager zusätzlich Erfahrung im Umgang mit WFM-Software mit, da er täglich mit Planungs- und Prognosetools arbeitet.
Workforce Manager und WFM-Software
Workforce Management Software (WFM-Software) ist das zentrale Arbeitsmittel eines Workforce Managers. Sie liefert Prognosedaten, automatisiert Teile der Schichtplanung und zeigt in Echtzeit, wo Engpässe drohen.
Statt Tabellen manuell zu pflegen, kann sich der Workforce Manager auf Ausnahmefälle konzentrieren, etwa ungewöhnliche Nachfragespitzen oder kurzfristige Personalausfälle. Das reduziert Routineaufwand und schafft Zeit für strategische Entscheidungen.
Häufige Fragen zu Workforce Manager
Ist Workforce Manager ein anerkannter Ausbildungsberuf?
Nein, es handelt sich um eine Funktionsbezeichnung ohne festgelegten Ausbildungsweg. Viele Workforce Manager kommen aus der Personaldisposition, dem Controlling oder der Produktionsplanung.
In welchen Branchen arbeiten Workforce Manager typischerweise?
Neben Call-Centern findet sich die Rolle zunehmend in Produktion, Logistik, Einzelhandel und im Gesundheitswesen, überall dort, wo Schichtarbeit komplex zu koordinieren ist.
Arbeitet ein Workforce Manager allein oder im Team?
Das hängt von der Unternehmensgröße ab. Größere Werke beschäftigen oft ein kleines Workforce-Management-Team, kleinere Betriebe übertragen die Aufgabe häufig einem Produktionsplaner zusätzlich.
Wie unterscheidet sich ein Workforce Manager von einem Schichtplaner?
Ein Schichtplaner erstellt vor allem den konkreten Dienstplan. Ein Workforce Manager verantwortet zusätzlich Forecasting, Kennzahlenanalyse und die strategische Ausrichtung der Personaleinsatzplanung.






