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Reskilling

Was ist Reskilling?

Reskilling, auf Deutsch Umschulung oder Neuqualifizierung, bezeichnet den Erwerb neuer Fähigkeiten, mit denen ein Mitarbeiter andere Tätigkeiten als die bisher erlernten übernehmen kann. Anders als Upskilling, also die Weiterqualifizierung in der bestehenden Rolle, bereitet Reskilling auf einen Rollenwechsel vor.

In der Produktion wird Reskilling wichtig, wenn Automatisierung und Digitalisierung Tätigkeiten verändern und gleichzeitig Fachkräfte fehlen.

Der deutsche Begriff “Umschulung” ist oft enger gefasst. Er meint häufig eine formale Umschulung mit anerkanntem Berufsabschluss, etwa nach dem Berufsbildungsgesetz. Reskilling ist breiter: Es umfasst auch kürzere, betriebsinterne Qualifizierungen ohne formalen Abschluss.

Reskilling und Upskilling: Was ist der Unterschied?

Beide Begriffe beschreiben Qualifizierung, aber mit unterschiedlicher Richtung:

  • Upskilling: Ein Mitarbeiter vertieft und erweitert Fähigkeiten in seiner bestehenden Rolle. Beispiel: Ein Maschinenbediener lernt zusätzlich das Rüsten seiner Anlage
  • Reskilling: Ein Mitarbeiter wird für eine neue Rolle qualifiziert. Beispiel: Ein Mitarbeiter der manuellen Montage wird zum Bediener einer automatisierten Linie ausgebildet

Reskilling Schritt für Schritt umsetzen

Ein bewährter Ablauf in Produktionsbetrieben:

  1. Bedarf erkennen: Eine Skill-Gap-Analyse zeigt, welche Qualifikationen künftig gebraucht werden und wo Tätigkeiten wegfallen
  2. Kandidaten auswählen: Die Qualifikationsmatrix zeigt, welche Mitarbeiter geeignete Grundlagen mitbringen
  3. Lernpfad festlegen: Kombination aus Schulung, Learning Nuggets (kurzen Lerneinheiten) und Training direkt an der Anlage
  4. Qualifikation nachweisen: Nach erfolgreicher Prüfung oder Unterweisung wird die neue Qualifikation dokumentiert
  5. Einsatz planen: Der Mitarbeiter wird schrittweise in der neuen Rolle eingeplant, anfangs mit Begleitung durch erfahrene Kollegen

Ein Beispiel: Ein Werk automatisiert seine Verpackungslinie. Statt extern neue Anlagenführer zu suchen, qualifiziert der Betrieb drei erfahrene Verpacker zu Anlagenbedienern um. Nach vier Monaten arbeiten sie eigenständig im Schichtbetrieb.

Darum lohnt sich Reskilling

  • Antwort auf den Fachkräftemangel: Offene Stellen in der Produktion bleiben oft monatelang unbesetzt. Interne Umschulung ist häufig schneller und günstiger als externe Suche
  • Mitarbeiterbindung: Wer Perspektiven im eigenen Betrieb erhält, bleibt eher. Bestehende Mitarbeiter kennen Prozesse, Produkte und Kollegen bereits
  • Wandel gestalten: Automatisierung verändert Tätigkeitsprofile. Betriebe, die früh umschulen, sichern Produktion und Beschäftigung zugleich

Hinweis: Für Qualifizierungen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen öffentliche Förderung, etwa über die Bundesagentur für Arbeit. Bei größeren Umschulungsprogrammen empfiehlt sich zudem die frühzeitige Einbindung des Betriebsrats.

Reskilling in Workforce-Management-Software

Eine Workforce-Management-Software mit Qualifikationsmanagement unterstützt Reskilling in jeder Phase. Die Skill-Gap-Analyse basiert auf aktuellen Daten aus der Qualifikationsmatrix statt auf Bauchgefühl. Lernfortschritte und neue Qualifikationen werden zentral dokumentiert, inklusive Nachweisen und Gültigkeiten.

Für den Schichtplaner ist entscheidend: Sobald die neue Qualifikation im System hinterlegt ist, kann der Mitarbeiter für die neue Tätigkeit eingeplant werden. Die Personaleinsatzplanung berücksichtigt automatisch, welche Anlagen er bedienen darf. So wird der Erfolg des Reskillings direkt im Schichtplan sichtbar.

Häufige Fragen zu Reskilling

Wie lange dauert Reskilling?

Das hängt von Ausgangslage und Zielrolle ab. Betriebsinterne Qualifizierungen an einer neuen Anlage dauern oft wenige Wochen bis Monate. Formale Umschulungen mit Berufsabschluss dauern deutlich länger, häufig um die zwei Jahre.

Wer trägt die Kosten für Reskilling?

Meist der Arbeitgeber, da er vom neuen Einsatz profitiert. Unter bestimmten Voraussetzungen fördert die Bundesagentur für Arbeit die Weiterbildung. Ob eine Förderung infrage kommt, klären Betriebe am besten direkt mit der zuständigen Agentur.

Ist Reskilling dasselbe wie Umschulung?

Nicht ganz. Umschulung bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch oft die formale Ausbildung in einem neuen Beruf mit Abschluss. Reskilling umfasst zusätzlich kürzere, praxisnahe Qualifizierungen für neue Tätigkeiten im eigenen Betrieb.

Woran erkenne ich den Reskilling-Bedarf im Werk?

Typische Signale: Anlagen können nur von wenigen Personen bedient werden, neue Technik ist geplant, Tätigkeiten fallen durch Automatisierung weg, oder die Skill-Gap-Analyse zeigt wachsende Qualifikationslücken.